Mittwoch, 11. August 2010

Kaufberatung / Kaufempfehlung für Pulsmesser, Sportuhr und Radcomputer

Oft bekomme ich E-Mails mit der Frage welchen Radcomputer oder welche Pulsuhr ich empfehle. Da es sehr viele verschiedene Modelle mit sehr unterschiedlichen Funktionsumfang gibt, kann man hier keine pauschale Empfehlung geben. Gerät X ist nicht für jeden Sportler gleich gut geeignet.

Durch meine Arbeit an Trainingstagebuch.org hatte ich die Gelegenheit ein paar Geräte zu testen.




Leistungsklassen

Man kann alle Geräte grob in zwei Klassen unterteilen:

  1. Einsteigermodelle, die das Training nicht kontinuierlich aufzeichnen und "nur" Summen, Durchschnitte und Maximalwerte ermitteln. Alle Daten müssen manuell ins Trainingstagebuch übertragen werden.
  2. Profigeräte, die das Training kontinuierlich aufzeichnen (z.B. jede Sekunde alle Werte). Summen, Durchschnitte und Maximalwerte werden natürlich auch ermittelt. Diese Geräte kann man mit der Black Box im Flugzeug vergleichen. Das gesamte Training ist protokolliert und kann später ausgewertet werden. Alle Daten können ins Trainingstagebuch automatisch importiert werden.

Video: Auswertung einer Aufzeichnung von einem "Profigerät"

Es muss jeder selbst entscheiden, wie detailliert das Training protokolliert und später ausgewertet werden soll. Meine persönliche Empfehlung ist aber sich auch schon zu Beginn der eigenen Sportlerkarriere ein "Profigerät" anzuschaffen. Auch wenn man am Anfang die ganzen protokollierten Daten nicht braucht und vielleicht auch gar nicht versteht, ist es doch vielleicht später ganz interessant zu sehen wie langsam man die Berge hochgekrochen ist :-)

Wer sich dennoch für ein "Anfängergerät" entscheidet, dem empfehle ich die Polar RS100 Sportuhr.


Sensoren

Jedes Profigerät kann Daten von Sensoren empfangen. Ein Sensor ist z.B. ein:
  • Herzfrequenzmesser
  • Geschwindigkeitsmesser
  • Laufsensor
  • Trifftrequenzmesser
  • Leistungsmesser (Watt)
  • GPS
Diese Sensoren schicken ihre Daten entweder über eine Kabelverbindung oder drahtlos über Funksignale zum eigentlichen Gerät.

Jeder Hersteller möchte zu seinen Sportcomputern natürlich auch seine eigenen Sensoren verkaufen. Die unterschiedlichen Sensoren der verschiedenen Hersteller sind daher nicht kompatibel untereinander! Eine Ausnahme ist hier der sog. ANT+ Standard. Geräte und Sensoren, die mit diesem Standard ihre Daten übertragen, können gemixt werden. Um Frust zu vermeiden empfehle ich aber immer Sensoren vom Hersteller der Sportuhr oder Radcomputer zu kaufen.

Um es noch etwas komplizierter zu machen hat Polar sogar unterschiedliche Standards. Die unterschiedlichen Standards sind natürlich auch nicht kompatibel untereinander. Achten sie unbedingt beim Kauf darauf!

Jetzt könnte man hier natürlich jede Sportuhr und jeden Radcomputer aufführen und testen. Da ich ich aber im Gegensatz zu Fachzeitungen die getesteten Geräte gekauft habe und eine Auflistung aller Geräte auch viel zu lang wäre, führe ich hier nur Geräte auf, die ich selber besitze oder mir Sportkollegen ihre Erfahrungen detailliert beschrieben haben. Alle Geräte sind natürlich mit Trainingstagebuch.org kompatibel!



Tabelle: Übersicht der Geräte im neuen Fenster öffnen

Jetzt meine persönlichen Empfehlungen. Nochmals: Ich empfehle nur Geräte die ich mir selber gekauft habe und ausgiebig getestet habe.


Ohne GPS

Foto: Nokia 5140i mit Polar S725X

Wer seine Strecke später nicht in Google Maps sehen möchte, empfehle ich die Polar S725X Sportuhr. Die S725X Sportuhr war nach dem Polar CS200 Radcomputer mein zweites Gerät. Ich besitze die Uhr jetzt schon über drei Jahre und bin immer noch mehr als zufrieden. Die Uhr ist nicht das neuste Polar Modell und daher recht günstig. Es können alle Sensoren, vom Laufsensor bis Leistungsmesser, angeschlossen werden. Die Uhr ist daher für Läufer UND Radfahrer super geeignet.


Foto: SRM PowerControl 7 am Lenker

Für den ambitionierten Radrennfahrer ist der SRM PowerControl 7 Radcomputer das Gerät der ersten Wahl. Wer einen SRM PowerMeter Leistungsmesser besitzt sollte hier nicht sparen und sich auch den PowerControl Radcomputer kaufen.


Mit GPS


Video: Auswertung einer Trainingseinheit in Google Earth

Sportler, die gerne ihr absolvierte Strecke in Google Maps oder Google Earth sehen wollen, empfehle ich den Garmin Edge 500 Radcomputer oder den Garmin Forerunner 310XT. Beide Geräte besitze ich nicht. Diese Geräte sind etwas störungsanfälliger als die einfachen Sportcomputer ohne GPS. Viele Sportler, mit denen ich gesprochen habe, sind aber sehr zufrieden.

Wer bei einer Radtour auch noch Abbiegehinweise bekommen möchte und somit ein echte Navigationsgerät am Lenker haben möchte, dem empfehle ich den Garmin Edge 705 Radcomputer. Den Garmin Edge 705 besitze ich jetzt über ein Jahr. Meine Erfahrungen zu dem Gerät kann der geneigte Leser hier erfahren.


Smartphones, die Zukunft?

Zum Ende möchte ich noch gerne auf ein Thema eingehen was aktuell sehr populär ist. 600.000 Apple iPhone 4 Verkäufe am ersten Verkaufstag belegen diesen Hype. Viele von uns haben sogar auch bereits ein Smartphone. Wer sich jedoch die vielen Gesundheit und Fitness Apps anschaut verlieht auch hier schnell den Überblick.

Aktuell haben jedoch fast alle Apps eins gemeinsam. Sie ermitteln nur die Strecke und die Geschwindigkeit. Daten von Sensoren werden nicht protokolliert. Die fürs Training wichtige Herzfrequenzmessung oder Leistungsmessung wird nur selten bis gar nicht angezeigt und auch nicht protokolliert. Diese schlichte GPS-Funktion besitzt jeder 08/15 GPS-Tracker für 50 €. Sich dafür ein teures Smartphone kaufen - sicher nicht. Wer aber schon ein solches Handy besitzt, dem empfehle ich:
Beide Apps können die zurückgelegte Strecke als sog. GPX-Datei speichern. Diese kann bei Trainingstagebuch.org importiert und ausgewertet werden.

Aktuell entwickeln einige Hersteller Sensoren für das iPhone. Einige Hersteller haben auch schon Herzfrequenzsensoren (Bluetooth) für Android Handys im Programm. Es ist also damit zu rechnen, dass in naher Zukunft iPhone und Android Handys als vollwertige Sportcomputer genutzt werden können.


Foto: iPhone 3G mit Prototype eines Lenkerhalters

Ich persönlich blicke mit Vorfreude in die Zukunft und werde den Markt weiter beobachten. Mein iPhone oder auch ein anderes Handy würde ich mir aber zur Zeit nicht an den Lenker machen. Die kurze Akkulaufzeit und das verspiegele Display, was bei Sonneneinstrahlung nicht mehr lesbar ist, sind dicke Minuspunkte.


Bild: Patentantrag von Apple

Für Laufsportler könnte sich das Smartphone mit Herzfrequenzmessung zur echten alternative entwickeln. Die kurze Akkulaufzeit fällt hier nicht so ins Gewicht.


Ich hoffe ich konnte die Welt der Trainingscomputer Ihnen etwas näher bringen. Wenn Sie sich für einen Sportbegleiter entscheiden, kaufen Sie ihn doch bei Amazon.de über diesen Link. Ein Kauf beschert Trainingstagebuch.org einen kleinen Prozentsatz des (unveränderten) Kaufpreises.

Mittwoch, 4. August 2010

Altdatenübernahme von Trainingseinheiten in das Trainingstagebuch mit Excel



Immer mehr Athleten finden das kostenlose Trainingsportal Trainingstagebuch.org hilfreich und wählen Trainingstagebuch.org zu ihrem zentralen Ort für die Organisation ihrer Gesundheits- und Trainingsinformationen.

Nachdem man sich Trainingstagebuch.org auf die eigenen persönlichen Bedürfnisse eingestellt hat stellt sich jedoch für viele Athleten die Frage:

Wie bekomme ich meine jahrelang in Excel dokumentierten Trainingseinheiten in das Trainingstagebuch bei Trainingstagebuch.org?

Diese Frage muss sich auch Mathias Rudolf gestellt haben und er hat sie sich auch gleich selber beantwortet.

Über die offene Schnittstelle (API) von Trainingstagebuch.org!
Mathias hat sicht ein Excel-Tool erstellt mit dem er seine vielen Trainingseinheiten aus Microsoft Excel automatisch ins Trainingstagebuch bei Trainingstagebuch.org exportieren konnte.

Mathias war so nett und stellt allen interessierten Mitgliedern sein Excel-Tool kostenlos zu Verfügung.





Anleitung

Öffnen Sie die Excel-Datei "Trainingstagebuch_Excel_Export_v1.xls" und aktivieren Sie Makros für den Inhalt.



Schritt 1 - Trainingsdaten in das Arbeitsblatt "Daten" kopieren

Die Trainingseinheiten sind in das Tabellenblatt "Daten" zu kopieren (ab Zeile 4). Die Reihenfolge der Spalten kann beliebig gewählt werden, es muss lediglich die Spaltenüberschrift in Zeile 3 den entsprechenden Feldnamen enthalten. Dieser kann über eine Auswahlliste einfach zugewiesen werden.



Eine Übersicht mit Beschreibung der Auswahlmöglichkeiten enthält die Parameterliste im Tabellenblatt "Parameter". Hier befinden sich auch Links, worüber man zusätzliche Informationen erhalten kann, z.B. die IDs seiner Sportarten und Strecken.

Schritt 2 - Hyperlinks erstellen

Um die Trainingseinheiten ins Trainingstagebuch bei Trainingstagebuch.org zu exportieren muss eine spezielle URL aufgerufen werden, die alle erfassten Trainingsdaten als Parameter enthält. Durch Klick auf den Button "1. Hyperlinks erstellen / aktualisieren", wird ein entsprechender Link für jeden Datensatz in der ersten freien Spalte rechts neben den Daten erstellt.

Schritt 3 - Bei Trainingstagebuch.org anmelden

Klicken Sie auf den Button "2. Anmelden" und melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten bei Trainingstagebuch.org an. Wichtig: Schließen Sie nicht das geöffnete Fenster des Webbrowser!

Schritt 4 - Trainingseinheiten exportieren

Nachdem die Hyperlinks erstellt wurden und Sie sich angemeldet haben hat man zwei Möglichkeiten:
  1. Man kann jedes Training einzeln exportieren (durch anklicken des Links neben der Trainingseinheit).
  2. Man kann über den Button "3. Alle Einheiten exportieren" alle Links automatisiert hintereinander aufrufen lassen.
Will man bei diesem Gesamtexport einzelne Trainings ausschließen, braucht man nur die Links neben der entsprechenden Trainingseinheit entfernen.

Tipps und Tricks

Sie können zwar auch über das Excel-Tool Trainingseinheiten Sportarten, Trainingsbereiche, Strecken und Materialien zuweisen, einfacher geht es aber über die Massenänderung.

Deshalb unser Tipp:
Exportieren Sie Ihre Einheiten nicht alle auf einmal. Unterteilen Sie Ihre Einheiten in zusammenhängende Blöcke. Sie können dann einfacher die neuen Einheiten filtern, markieren und ändern.

Wählen Sie die zu ändernden Trainingseinheiten aus und klicken Sie auf "Ändern".


Anschließend können Sie die Sportart, Trainingsbereich, Strecke und Material einfach auswählen und den Einheiten zuweisen.


Viel Erfolg beim Import Ihrer alten Trainingseinheiten.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben hinterlassen Sie einfach ein Kommentar. Gerne können Sie das Excel-Tool auch überarbeiten und erweitern.